Quellen und Texte 63/2015

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Die Quellen und Texte erscheinen zu jeder Kunstmappe. Sie enthalten Materialien wie z. B. Selbstzeugnisse der Künstler, Texte zu Werk, Person und Epoche, bzw. zum historischen Hintergrund.

Nackt wird der Mensch geboren, und so schnell wie möglich wird sein empfänglicher Körper in schützende Tücher gewickelt. Und wenn er stirbt, verlässt er diese Welt in den meisten Kulturen der Welt nicht unbekleidet, sondern eingehüllt. Dabei ist die bloße Haut ein bemerkenswertes Phänomen. Mit etwa zwei Quadratmetern ist sie die größte und auch eines der sensibelsten Organe des Menschen. Sie bietet Schutz vor Verletzungen, reguliert die Körpertemperatur und Feuchtigkeit und lässt uns Wärme, Kälte, Schmerz und Wohlbehagen spüren. Körper und Haut erfahren im Lauf des Lebens mannigfaltige Umformungen. Sie offenbaren die unausweichlichen Spuren von Arbeit, Krankheit und Alterung, sie werden mal stolz gezeigt oder verschämt versteckt und durch sportliche Übung oder plastische Eingriffe in Form gebracht. Die Haut wird als Ausdruck der Körpersprache begriffen, sie wird gebräunt, gebleicht, geschminkt und geschmückt oder durch Tätowierungen und Piercings akzentuiert.

Die Kleidung schließlich – zunächst aus Tierhäuten und Fellen – ist nicht nur praktischer Schutz und Hülle, sondern hat seit jeher auch vielerlei gesellschaftliche Funktionen. Sie dient als Indikator des sozialen Status und Insignien der Macht, als Zeremonialfrage als Mittel modischer Distinktion, zur Verhüllung körperlicher Mängel oder als Verstärkung erotischer Reize, ja selbst als uniformer Zwang. Man denke nur an Sträflingskleidung oder an die Bräuche muslimischer Kulturen zur Unterdrückung des weiblichen Geschlechts.

Wie sich die Beziehungen zwischen „Körper, Haut und Hülle“ in der bildenden Kunst darstellen, will die aktuelle Mappe der „Meisterwerke der Kunst“ an zwölf ausgewählten Beispielen wenigstens punktuell beleuchten. Die zu betrachtenden künstlerischen Positionen reichen von der sogenannten 3. Zwischenzeit der altägyptischen Kunst um 800 v. Chr. bis in unsere aktuelle Gegenwart hinein.

Dabei sollen auch die Beiträge dieses Quellenhefts behilflich sein, das als Ergänzung der Mappentexte zusätzliche Hinweise gibt und Hintergründe erschließt. Aus Platzgründen und anderen Erwägungen wurden innerhalb längerer Originaltexte manchmal Kürzungen bzw. Auslassungen vorgenommen, auch Fußnoten wurden deshalb weggelassen.

Werke von folgenden Künstlern sind enthalten:
Sarg des Penju, Jan van Eyck, Juan de la Huerta und Antoine le Moiturier, Hyacinthe Rigaud, Francisco de Goya, Bisonrobe des Mandan-Häuptlings Mató Tópe, Oskar Schlemmer, René Magritte, Christian Dior, Michelangelo Pistoletto, Cindy Shermann, John Coplans

Mehr Informationen
ISBN 978-3-7883-9963-4
EAN 9783788399634
Seiten 80 Seiten
Format DIN A5
Bestell-Nr. 90163
Erscheinungsdatum 02.03.2015
Lieferzeit 3 - 5 Tage
Produktgruppe Broschüre